
Drei Punkte geholt – Münster feiert Derbysieg
Münster. Mehr Aufschlagdruck, bessere Annahme- und Aufschlagquoten sowie doppelt so viele Blockpunkte – beim ersten Auswärtsspiel der neuen Spielzeit war Volleyball-Bundesligist USC Münster den Skurios Volleys Borken in allen Belangen überlegen. Im Münsterland-Derby siegten die Grün-Weißen mit 3:0 (25:17, 25:23, 25:20) und feierten damit in der noch jungen Bundesligasaison den zweiten Sieg im zweiten Spiel. „3:0 gewonnen. Wir haben die Pflicht erfüllt, auch wenn wir damit keinen Schönheitspreis gewinnen“, sagte USC-Trainer Matthias Pack. „Aber es sind drei Punkte. Wir lernen daraus und wissen, woran wir zu arbeiten haben.“
Auf der Diagonalen vertraute Pack auf Franziska Heil. Und die erst 17-Jährige bedankte sich auf ihre Art. 15 Zähler steuerte sie zum USC-Sieg bei, avancierte damit zur besten Punktesammlerin und wurde als Wertvollste Spielerin ausgezeichnet. „Sie hat gut aufgeschlagen und gut blockiert. Bei vielen Bällen muss sie noch lernen, was sie wann abrufen muss“, so Pack. „Ich glaube, sie kann noch um einiges besser spielen. Das ist ein Prozess, der vermutlich erst nach ein paar Jahren abgeschlossen ist und nicht schon nach den ersten Pflichtspielen.“
Heil selbst erlebte ihr Debüt in der Startaufstellung als „ziemlich aufregend“. Die Mannschaft habe dem hohen Erwartungsdruck standgehalten und immer zusammengehalten. „Die Mädels pushen einen auch mal durch schwierigere Phasen“, sagte sie. Ihre erste goldene MVP-Medaille in Liga eins ergänzt eine illustre Sammlung, die sorgsam in ihrem Zimmer im Münsteraner Sportinternat aufbewahrt wird. „Ich habe da so eine Leiste“, so Heil, „da passen die alle perfekt rein“.
Insbesondere im ersten Satz zeigten die Unabhängigen, wozu sie schon in der Lage sind. Mit wirkungsvollen Aufschlägen und einem cleveren Angriffsspiel, das auf einer stabilen Annahme aufbaute, dominierten sie das Geschehen. Bemerkenswert: Mit einer Aufschlagserie sorgte allein Emilia Jordan für sieben Punkte am Stück. Borken wiederum hatte im zweiten Durchgang das Momentum auf seiner Seite und führte bereits mit 19:16, ehe Münster beim 22:22 den Ausgleich schaffte und dann den ersten Satzball nutzte.
Weitaus konzentrierter agierten die Green Kalinen im dritten Abschnitt und gaben die Führung nie aus der Hand. Ihr Erstliga-Debüt feierte dabei Libero Nele Drosihn, die sogar sieben Monate jünger ist als Heil. „Sie ist ein Wirbelwind, ein kleiner Tornado“, so Pack. „Nele kann man immer bringen. Sie macht das gut.“
Bereits am Sonntag (18. Oktober, 16 Uhr) wartet die nächste Aufgabe auf den USC. Dann sind die Roten Raben Vilsbiburg zu Gast in der Sporthalle Berg Fidel.
Das Spiel in Zahlen
Skurios Volleys Borken – USC Münster 0:3 (17:25, 23:25, 20:25), 82 Spielminuten, 800 Zuschauer
Münster: Molenaar (L), Drosihn (L), Spöler (8 Punkte), Kömmling (10), Lederer (1), Jordan (3), Heil (15), Zimmerman, Scheer, Schultze, Zuvic (10), Seybering (8). MVP: Heil
Borken: Luther, Hansen (L), Loker (9 Punkte), Kretschmer (3), Hövels (1), Gesquiere (2), Naßmacher (1), Rudde, Mohr (8), Coenders, Greskamp, Nöhrer (1), Kastrup (6). nicht eingesetzt: Tebroke (L). MVP: Hansen