
Das jüngste Team der Liga
Münster. 14 Spielerinnen. Vier Nationen. Sechs Zugänge. Ein Altersdurchschnitt von 21 Jahren. Wenn Volleyball-Bundesligist in dieser Woche in die Saison 2026/2027 startet, schickt der Klub aus Westfalen die jüngste Mannschaft der Liga ins Rennen und will mit Teamspirit, Energie und Spielfreude begeistern. „Das ist eine gute Gruppe mit viel individuellem Talent“, sagt der Sportliche Leiter Ralph Bergmann. „Wir werden sehen, wohin uns das führt. Im Leistungssport ist es wichtig, auf sich zu gucken. Man schiebt seine Leistung möglichst dahin, wo sie maximal enden kann. Und dann im nächsten Schritt guckt man, was das im Kanon der Mitbewerber bedeutet.“
Dabei kann der USC auf den Kern der Mannschaft der vergangenen Spielzeit bauen. Zuspielerin Emilia Jordan ist ebenso weiterhin an Bord wie Elena Kömmling und Lena Schultze auf der Außenposition, Diane Seybering und Esther Spöler im Mittelblock, Pippa Molenaar als Libero und Franziska Heil auf der Diagonalen. Neu sind die beiden US-Amerikanerinnen Bel Zimmerman und Madison Scheer sowie die Schweizerin Leana Zuvic im Außenangriff, Chalina Lederer in der Mitte sowie Youngster Emma Tischer im Zuspiel. Bis auf Weiteres verletzungsbedingt pausieren Außenangreiferin Amelie Strothoff (Knie) und Zuspielerin Carla Fuchs (Schulter).
Angeführt werden die jungen Wilden von Kapitänin Esther Spöler, die dieses Amt bereits in der vergangenen Saison innehatte und nun dem Saisonstart entgegenfiebert. „Wir sind nicht mehr in unserer Honeymoon-Phase, in der alle furchtbar nett zueinander sind“, sagt sie. „Das Gefühl, dass wir uns wertschätzen, ist trotzdem geblieben. Mittlerweile ist aber auch der Ehrgeiz dazu gekommen. Wir wissen: Jetzt wird es ernst.“
„Man sieht und spürt, dass die Teamchemie stimmt“, sagt auch Trainer Matthias Pack. Als Saisonziel nennt er einen Startplatz im Europapokal. In der vergangenen Saison genügte dem USC dafür der fünfte Platz. Insgeheim schielt der Österreicher, der bereits seit 2021 beim USC tätig ist, sogar noch weiter nach oben. „Wir wollen uns verbessern“, so Pack. „Da wir letztes Jahr Fünfter waren, wäre der nächste logische Schritt Platz vier und damit das Play-off-Halbfinale.“
Erstmals seit 2012 betreten die Green Kalinen in dieser Saison wieder internationales Terrain. Der USC trifft im November im Sechzehntelfinale des Challenge Cups auf den Sieger der Begegnung OK Dinamo Zagreb (Kroatien) gegen Olympiada Neapolis Nicosia (Zypern). „Vor zwei Jahren hätten wir uns das noch nicht leisten können, jetzt schon“, sagt Präsident Jürgen Aigner. „Es ist ein Zeichen an die Mannschaft, an das Trainerteam, dass sich Leistung wieder lohnt.“ Möglich machte dies ein stringenter Sparplan, der dem Verein erstmals seit fast 30 Jahren ein Plus auf dem Konto bescherte und nun auch den Präsidenten wieder ruhiger schlafen lässt. „In den vergangenen Jahrzehnten“, so Aigner, „wurden immer nur Löcher gestopft. Jetzt schwimmen wir zwar nicht im Geld. Aber wir können in die Zukunft investieren und uns überlegen, wie wir uns kurz-, mittel- und langfristig besser aufstellen können.“
Das erste Saisonspiel bestreitet Münster am Sonntag (11. Oktober) in der heimischen Sporthalle Berg Fidel. Gegner ist der VC Wiesbaden. Der Anpfiff erfolgt um 16 Uhr.