
USC Münster verliert hochintensives Heimspiel gegen Suhl mit 1:3
Keiner der über 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer am Berg Fidel dürfte diesen Volleyballabend enttäuscht verlassen haben. Im Duell des Tabellenfünften USC Münster mit dem zweitplatzierten VfB Suhl LOTTO Thüringen wurde alles geboten, was ein Bundesligaspiel auszeichnet: Tempo, Emotionen, Wendungen – und ein vierter Satz, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Am Ende setzte sich Suhl mit 3:1 (15:25, 25:18, 25:20, 25:23) durch.
Der USC erwischte einen perfekten Start. Im ersten Satz spielten die Green Kalinen druckvoll und konzentriert, während Suhl ungewohnt viele Eigenfehler produzierte. Münster nutzte diese Phase konsequent, dominierte Aufschlag und Blockarbeit und entschied den Durchgang deutlich mit 25:15 für sich – beendet durch einen weiteren Suhler Eigenfehler. Auch die Rückkehr von Cheftrainer Matthias Pack auf die Bank war dem Team in dieser Phase anzumerken.
Im zweiten Satz kippte das Bild. Die Lockerheit aus dem Auftakt ging dem USC zunehmend verloren, während Suhl besser in den Rhythmus fand. Die Thüringerinnen stabilisierten Annahme und Spielaufbau und zogen Punkt für Punkt davon. Mit 18:25 musste Münster den Satzausgleich hinnehmen.
Auch im dritten Durchgang gelang es dem USC nicht, den gewünschten Zugriff auf das Suhler Spiel zu finden. Vor allem Diagonalspielerin Monika Brancuska übernahm Verantwortung und führte ihr Team mit ihrer Durchschlagskraft zur 2:1-Satzführung.
Der vierte Satz entwickelte sich schließlich zu einem echten Krimi. Suhl unterstrich zunächst seine Tabellenposition und setzte sich früh mit bis zu sieben Punkten ab (8:15). Doch Münster kämpfte sich zurück: Ein kleiner Drei-Punkte-Lauf und eine starke Aufschlagserie von Emilia Jordan brachten den USC zum 19:19-Ausgleich.
Was folgte, war eine hoch emotionale Schlussphase mit hitzigen Diskussionen und aus Suhler Sicht strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Eine Reihe von Verwarnungen und Karten gegen Suhl hatte zur Folge, dass Münster beim Stand von 21:21 einen Punkt zugesprochen bekam. Wenig später musste Suhls Trainer Hollosy nach einer Gelb-Roten Karte den Innenraum für den restlichen Satz verlassen.
Der USC erspielte sich in dieser Phase zwei Satzbälle, konnte diese jedoch nicht nutzen. Suhl behielt trotz aller Unruhe die Nerven und entschied den Satz mit 25:23 – und damit auch das Spiel – für sich.
Trotz der Niederlage zeigte der USC Münster eine starke Leistung und bot dem Favoriten einen intensiven Kampf auf Augenhöhe.
Die Silber-MVP-Medaille ging an Amelie Strothoff (USC Münster), die Gold-MVP-Medaille erhielt Monika Brancuska (VfB Suhl LOTTO Thüringen).