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Das Sahnehäubchen bleibt dem USC im letzten Kraftakt verwehrt

Teresa Mersmann (r.) bekam bei ihrem Comeback das Lob des Trainers Teun Buijs: "Sie hat das super gemacht!" Foto: Daniel Wesseling
Teresa Mersmann (r.) bekam bei ihrem Comeback das Lob des Trainers Teun Buijs: "Sie hat das super gemacht!" Foto: Daniel Wesseling

Es war der letzte große Kraftakt in diesem Kalenderjahr für den USC Münster: Mit 2:3 (20:25, 28:26, 25:23, 23:25, 13:15) unterlagen die Unabhängigen zwar im NRW-Derby den Ladies in Black Aachen, doch einen Zähler nahmen sie dabei mit. Und haben gute Chancen, den vierten Tabellenplatz ins nächste Jahr mitzunehmen.
 
Trotz der ersten Niederlage vor eigenem Publikum in dieser Saison, bot der USC seinen 1461 Fans im Volleydome am Berg Fidel am Sonntagnachmittag wieder ein begeisterndes Match und einen Kampf bis zum Umfallen. Nach den Verletzungen von Ines Bathen (Bänderriss) und Lena Vedder (Kreuzbandriss), der Erkrankung von Roosa Laakoonen unter der Woche (Magen-Darm) sowie drei Meisterschaftsspielen in den letzten acht Tagen (zwei davon auswärts und bei Meister Schwerin (2:3) und in Suhl (3:1) jeweils enorm Kräfte zehrend), gingen die Westfälinnen personell auf dem Zahnfleisch. Auch wenn Bathen und Laakkonen wieder im Kader, aber natürlich nicht in der Startformation standen. Hier agierten Nadja Schaus (für Vedder diagonal), Alsmeier für Bathen (Außen) und Langgemach für Laakkonen im Block.
 
Zunächst ließ es sich für das Ensemble von Cheftrainer Teun Buijs auch gar nicht gut an: Schnell war man im ersten Set mit 2:8 im Hintertreffen, Aachen wirkte – nicht verwunderlich – frischer, deckte im Service dazu praktisch ausschließlich USC-Angreiferin Ivana Vanjak ein, die sichtlich Probleme hatte. Etwas mehr Fahrt begannen die Gastgeberinnen nach der zweiten Technischen Auszeit beim Stande von 8:16 aufzunehmen. Dennoch hielten die Ladies den USC auf Distanz und gingen nach 24 Minuten mit 1:0 nach Sätzen in Front.  
 
Münster hielt die Leistungssteigerung aber fest im zweiten Satz, obwohl dem Team um Stellspielerin Mareike Hindriksen anzumerken war, wie viel Energie jeder Ball  kostete. Punkt um Punkt ging es, nun funktionierte auch der Aufschlag besser. Bei 17:17 gab Beacherin Teresa Mersmann aus dem Regionalligateam des USC 2 nach acht Jahren ihr Bundesliga-Comeback (für Schaus) – und das gleich mit einem Ass und zwei weiteren Wirkungsaufschlägen. Bei 23:19 hatte der USC emotional Oberwasser, doch Aachen hielt noch einmal mit allem dagegen. Dennoch machte Hindriksen mit einem Ass den Satzausgleich perfekt.
 
Was den USC in dieser Saison auszeichnet, dafür stand dann der dritte Durchgang exemplarisch. Lange Zeit mochte den Westfälinnen nicht viel gelingen. Bei 7:14 brachte Buijs erneut Mersmann für Schaus, aber bei 12:19 schien der Satz schlicht und ergreifend weg zu sein. Aber Pustekuchen: Bei 17:22 startete die echte Aufholjagd, und Münster bog den Satz in der Verlängerung tatsächlich noch um – 2:1 für die Unabhängigen.
 
Kräftemäßig an der obersten Kante des Limits angelangt, wäre dieses Kunststück dem USC fast auch noch im vierten Satz gelungen. Auch hier war das Buijs-Team den Kaiserstädtern eine Ewigkeit mental kraftraubend hinterhergelaufen und sah bei 13:21 einem deutlichen Satzverlust entgegen. Nochmal bäumten sich Hindriksen, Lisa Thomsen und Co. auf, kamen unter dem frenetischen Jubel der Fans auf 23:23. Im Satzfinale jedoch fehlte dann das nötige Quäntchen Fortune. In einem Tiebreak mit wechselnden Führungen mündete bei 13:13 alles in einem Herzschlagfinish. Und da war Aachen an diesem Tag einfach eine Nuance frischer als der USC.
 
„Mit einer Lena Vedder gewinnen wir dieses Spiel“, war sich ein enttäuschter Buijs nach dem Ende sicher: „Wir haben eine junge Mannschaft, und es fehlt uns schlicht auch noch an Routine. Es waren gefühlte 100 Erfahrungsfehler, die wir gemacht haben. Da braucht es noch Geduld. Natürlich hatten wir mit der neuen Formation auch noch Abstimmungsprobleme, zudem war die Vorbereitungszeit auf dieses Match nach Schwerin und Suhl einfach sehr kurz. Daher konnten wir irgendwann nur noch über den Kampfgeist kommen“, lautete das Resümee des 57-jährigen Niederländers.
 
Beim USC ging die Medaille für die wertvollste Spielerin an Kapitänin Mareike Hindriksen, während auf der anderen Seite die Aachenerin Nicvole Oude Luttikhaus gekürt wurde, eine der fünf holländischen Nationalspielerinnen im Team. Wobei LiB-Teamsprecher Dirk Heinhues erklärte: „Es ist nicht richtig, was Teun Buijs im Vorfeld gesagt hat. Keine einzige Holländerin bei uns wird vom niederländischen Verband bezahlt.“  
 
Der USC geht nach großem Kampf nun in eine kurze Winterpause, bis zum zweiten Weihnachtstag haben die Spielerinnen nach den immensen Belastungen gerade zum Jahresende hin Urlaub zur Regeneration.  Am 27. Dezember steigt das Ensemble von Teun Buijs wieder ins Training ein, am 6. Januar starten die USC-Frauen dann mit dem Auswärtsspiel bei SW Erfurt ins Jahr 2018.

 

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