
Der beste Satz der Saison reicht nicht aus
Münster. 8:5, 11:6, 15:12, 18:14 und schließlich den ersten von drei Satzbällen zum 25:21 verwandelt – die 1649 Zuschauer am Berg Fidel waren aus dem Häuschen und so mancher Experte rieb sich verwundert die Augen. Gegen den Allianz MTV Stuttgart legte Volleyball-Bundesligist USC Münster einen Bilderbuchstart hin. Der Sahnesatz aber reichte dem jüngsten Team der Liga letztlich nicht, um dem Tabellenführer die erste Niederlage beizubringen. Stattdessen hieß es nach 99 Spielminuten 1:3 (25:21, 19:25, 17:25, 18:25) aus Münsteraner Sicht.
„Das war im ersten Satz nicht nur Glück. Wir haben gezeigt, was wir können“, sagte Kapitänin Esther Spöler. „Am Ende hat uns etwas Mut gefehlt. Sonst hätten wir Stuttgart noch mehr ärgern können.“ Bemerkenswert: Mit 16 Zählern war die Mittelblockerin beste Punktesammlerin der Partie und wurde gemeinsam mit Stuttgarts Zuspielerin Pia Kästner als Wertvollste Spielerin ausgezeichnet.
Spölers Pendant in der Mitte, Diane Seybering, trug immerhin elf Punkte und damit genauso viele wie Isabel Zimmerman bei, die gegen Stuttgart auf der Diagonalen zum Einsatz kam. „Der erste Satz hat gezeigt, dass wir mithalten können und uns entwickelt haben“, sagte sie. „Ich würde sogar sagen, dass das der beste Satz war, den wir in dieser Saison gespielt haben.“
Im zweiten, dritten und vierten Abschnitt gelang es den Unabhängigen zwar immer wieder, in Führung zu gehen. Letztlich aber gaben die bessere Annahme, ein variables Zuspiel und daraus folgendes effizientes Angriffsspiel den Ausschlag zugunsten der Gäste aus Schwaben. Diagonalspielerin Lydia Grote punktete aus allen Lagen. Kästner führte souverän Regie. Leilani Slacanin, Tochter der Ex-USClerin Teee Williams, feierte an diesem Tag ihren 18. Geburtstag und beeindruckte im Außenangriff mit enormer Handlungshöhe.
„Wir haben heute gegen einen stärkeren Gegner verloren. Stuttgart hat das über die lange Distanz hervorragend gemacht“, sagte USC-Trainer Matthias Pack. Sein Team habe mit dem gegnerischen Blockspiel enorm zu kämpfen gehabt. Umgekehrt aber hätten die Stuttgarterinnen auch dann gute Lösungen gefunden, wenn Münster den Block gut gestellt habe. „Stuttgart hat heute eine Qualität gezeigt, die wir in dieser Saison noch nicht erlebt haben. Wir arbeiten daran, es im Rückspiel besser zu machen. Aber heute muss ich der besseren Mannschaft zum Sieg gratulieren.“
Mit vier Siegen und einer Niederlage rangiert Münster im Klassement noch immer auf Platz drei. Angeführt wird dieses nun vom SSC Palmberg Schwerin. Und ausgerechnet dort steht am Samstag (31. Oktober, 18.30 Uhr) die nächste Aufgabe auf dem Programm. „Wir werden mit Vollgas auch in dieses Spiel gehen“, so Spöler. „Wir wollen drei Punkte holen. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Aber wir werden 100 Prozent oder mehr geben.“
Das Spiel in Zahlen
USC Münster – Allianz MTV Stuttgart 1:3 (25:21, 19:25, 17:25, 18:25), 99 Spielminuten, 1649 Zuschauer
Münster: Aufschlag 5 Punkte, positive Annahme 55 Prozent, Angriff Kills 42 Prozent, Block 6 Punkte
Spöler (16 Punkte), Zimmerman (11), Seybering (11), Zuvic (8), Kömmling (7), Scheer (3), Jordan (1), Schultze, Molenaar (L), Drosihn (L), nicht eingesetzt: Tischer. MVP: Spöler
Stuttgart: Aufschlag 7 Punkte, positive Annahme 57 Prozent, Angriff Kills 48 Prozent, Block 12 Punkte
Grote (15 Punkte), Gross (11), Hadrych (10), Steinhilber (8), Holthaus (6), Fricova (5), Slacanin (4), Kästner (3), Iliff, Mottis (L). MVP: Kästner