
Vilsbiburg kommt – ein Duell mit Geschichte
Münster. Intensiv, fokussiert, hungrig – mit diesen drei Worten beschreibt Kapitänin Esther Spöler die nächste Aufgabe des USC Münster. Am Sonntag (18. Oktober, 16 Uhr) empfängt der Volleyball-Bundesligist die Roten Raben Vilsbiburg. Spöler gibt dafür eine klare Richtung vor: „Wir wollen uns weiter steigern, unser Potenzial mehr und mehr ausschöpfen und mit viel Energie und Disziplin die nächsten Punkte holen.“
Die Begegnungen zwischen beiden Klubs schrieben deutsche Volleyballgeschichte. Unvergessen ist das Saisonfinale am 15. Mai 2005, als Münster vor mehr als 4500 Zuschauern in der rappelvollen Sporthalle Berg Fidel den neunten und vorerst letzten Meistertitel perfekt machte. Der USC gewann zwar die Partie am letzten Spieltag der sogenannten Meisterrunde mit 3:0. Doch die Saison war so eng, dass die beiden Trainer Axel Büring und Mike Schöps ihre Medaillen nach der Siegerehrung zersägten und beide Hälften miteinander tauschten.
Die Vorzeichen sind dieses Mal andere, Spannung verspricht das Duell dennoch. Nach ihrem freiwilligen Rückzug aus der 1. Liga im Jahr 2024 ist Vilsbiburg jetzt zurück im Oberhaus. Und das mit einer beeindruckenden Bilanz: In der vergangenen Saison sicherten sich die Niederbayern mit nur einer Niederlage aus 27 Spielen die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Pro. Entscheidende Strippenzieherin und wertvollste Spielerin dabei: Pia Fernau, die noch in der vorhergehenden Saison das USC-Trikot getragen hatte und auch jetzt noch an Bord ist.
„Die Roten Raben haben den Kader aufgestockt und ein gutes Team“, sagt USC-Trainer Matthias Pack. „Sie spielen ein paar schnelle Sequenzen, auch mit den Mittelblockerinnen. Das müssen wir konzentriert und mit hoher Qualität angehen.“ Dementsprechend mahnt Zuspielerin Emilia Jordan: „Wir sollten uns auf einen harten Fight einstellen. Wir dürfen Vilsbiburg auf keinen Fall unterschätzen!“
Sowohl physische als auch mentale Stärke werden gefragt sein, denn mit dem Heimspiel am Sonntag wartet auf die Green Kalinen bereits die dritte Partie binnen einer Woche. Um die Ressourcen zu schonen, räumte Pack seinem Team nach dem 3:1 zu Hause gegen Wiesbaden und dem 3:0 in Borken in dieser Woche zwei freie Tage ein. Zugleich kündigt er an, auch gegen Vilsbiburg personell zu rotieren: „Wir versuchen, die Belastung zu managen und hier und da ein paar Wechsel vorzunehmen. Wir haben eine breite Bank. Das ist sehr hilfreich.“