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Trotz vieler erfolgreicher Angriffsschläge von Hana Cutura und Lonneke Sloetjes reichte es in Hamburg nicht zum Sieg. Foto. Gertheinrich
"Das ist nicht schön und es fühlt sich auch nicht gut an, aber Hamburg war das bessere Team und hat verdient gewonnen", erkannte USC-Coach Büring die Niederlage in Hamburg sportsmännisch fair an. Im ersten und im dritten Satz hat sich der USC aus "aussichtslosen Rückständen zurückgekämpft" (Büring), aber trotzdem beide Male den Kürzeren gezogen und deshalb das recht knappe Duell auf dem Papier zu null verloren, welches zum Saisonstart noch mit 3:2 an die Münsteranerinnen ging. Es war auch dieses Mal die erwartete Partie auf Augenhöhe, bei dem die Tagesform entschied. Und die passte auf Seiten der Gastgeberinnen besser, was sie in der Tabelle bis auf zwei Zähler an den USC heran brachte.
Aufholjagd reicht nicht zum Satzgewinn
In der mit 1533 Zuschauern besetzten, brandneuen "CU-Arena" am Hamburger Süderelbufer setzte sich das Ensemble von VTA-Trainer Jean-Pierre Staelens sukzessive von den Unabhängigen ab. Zur ersten technischen Auszeit führte Hamburg mit zwei Zählern, zur zweiten schon mit sechs Punkten. Erst beim Stand von 19:13 für die Nordlichter zündete der USC den Turbo, egalisierte zum 23:23 und verlor dennoch mit 23:25. "Hamburg hat sehr stark aufgeschlagen. Das hat in unserer Annahme deutlich Wirkung gezeigt", sagte Büring, dessen sonst so zuverlässige Annahmespezialistin Ines Bathen mit den gegnerischen Services arge Probleme hatte und nicht über eine 25-Prozent-Quote hinaus kam.
Im zweiten Satz kam Zuspielerin Tess von Piekartz zurück aufs Parkett. Sie hatte für die angeschlagene Michaela Jelinkova schon im ersten Satz begonnen, wurde dann zeitweise von der Tschechin ersetzt. "Aber wir haben gesehen, dass bei Jelinkova die Kraft für eine ganze Partie noch nicht wieder voll da war", erklärte Büring. Schuld an dem deutlicheren, zweiten Satzverlust war die Holländerin jedoch nicht allein. Ihre Landsfrau Lonneke Sloetjes war mit insgesamt nur fünf Punkten nicht auf ihrem Normal-Niveau. Da reichten auch die 17 Punkte ihrer Angriffspartnerin Hana Cutura nicht zum Ausgleich. "Hamburgs Vorteile in der Block-Feld-Abwehr hat uns zu einfachem, hohem Spiel genötigt, während der Gegner kombinieren konnte", analysierte der USC-Übungsleiter die weiteren Ursachen.
Hamburg freut sich zu früh
Im dritten Satz führte die Büring-Sechs schnell mit 4:0, doch die Hanseatinnen blieben mit der 2:0-Satzführung im Rücken humorlos konstant. Eine 7:1-Punktserie drehte das Blatt. Wieder eilte Hamburg davon, wieder holte der USC auf. Beim Stand von 24:20 für die Staelens-Auswahl gab es nochmal einen kurzen Aufreger: Hamburg erzielte den Punkt, feierte bereits den Sieg, als das Schiedsrichtergespann den Punkt wegen Übertretens doch dem USC zusprach. Die Gastgeberinnen waren perplex, mussten noch einmal in die Konzentration finden, doch der USC nutzte seine Chance, wehrte alle vier Matchbälle zum 24:24 ab, doch dann hatte sich der VTA wieder im Griff, machte die Partie mit 26:24 zu.
"Bei uns hat heute weniger gepasst als sonst, weil Hamburg einen Sahnetag erwischt hat. Aber wie wir im dritten Satz noch zurückgekommen sind, war schon gut", sagte Büring, der dann auch noch etwas Positives abseits des Spielgeschehens zu vermelden hatte: "Eine tolle Arena, die Hamburg gebaut hat. Die Bundesliga macht nach und nach ihre Hausaufgaben mit den vielen neuen Hallen. Das ist gut für unseren Sport."
Münstersche Zeitung/Pjer Biederstädt