| USC Münster | : | RR Vilsbiburg |
Für Münster wird das Länderspiel in doppelter Hinsicht zu einem besonderen Ereignis. Denn bekanntlich mischen in der weiblichen U 19 mit Sina Fuchs und Rebecca Schäperklaus zwei Girls aus der Talentschmiede des USC mit. „Beide sind überaus veranlagt. Ich bin mir sicher, dass sowohl Sina als auch Rebecca ihren Weg machen werden“, sieht Abbing die Spielerinnen auf einem guten Weg.
Für den Nationaltrainer ist das Spiel ein echter Härtetest im Hinblick auf die bevorstehende U-19-Europameisterschaft. Sie wird zwischen dem 3. und 12. September in Serbien ausgetragen. „Russland ist ein starker Gegner. Nach den drei Vergleichen werden wir wissen, wo wir stehen“, umschreibt der 49-Jährige den Stellenwert der Partie. Letzte Gewissheit wird er in den kommenden Wochen erhalten. Dann wird der weibliche Nachwuchs des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nach Italien aufbrechen, um sich in weiteren vier Länderspielen gegen die Gastgeber den Feinschliff für die EM in Serbien zu holen. Personell kann der Coach allerdings nicht aus dem Vollen schöpfen. Denn mit Tanja Großer, Annika Lambers und Jelena Wik fehlen gleich drei Kräfte, auf die Abbing in Serbien nur allzu gerne zurückgreifen würde.
Seine Erwartungen hat der gebürtige Niederländer klar definiert: „Die Ergebnisse stehen nicht an erster Stelle, obwohl die Spielerinnen das sicherlich anders sehen. Mir geht es in erster Linie darum, den Nachwuchs zu fordern und zu fördern. Ich denke, dass wir in dieser Hinsicht den richtigen Weg eingeschlagen haben.“ Einen Platz unter den Großen in Europa - der sollte es schon sein, wenn die U 19 Anfang September in Serbien aufschlägt. Abbing, der zwischen 2004 und 2008 den Bundesligisten VfB Suhl trainierte, hat in dieser Hinsicht etwas vorzuweisen. Mit der anfangs von Jens Tietböhl betreuten U 20 wurde er im vergangenen Jahr in Mexiko überraschend Weltmeister. Wobei dieser Coup freilich nur bedingt ein Maßstab ist für die jetzt anstehende U-19-Europameisterschaft ist. „Die Weltmeister-Mannschaft spielte ja nahezu komplett über drei Jahre als VCO Berlin in der Bundesliga. Die jetzige Situation ist eine völlig andere. Es ist ein Neustart, zumal einige Spielerinnen aus dem jüngeren Jahrgang 1993 kommen.“
In dieser Hinsicht wünscht sich Abbing eine Bündelung der Kräfte, etwa nach dem Beispiel des VCO Berlin. Aus diesem Reservoir schöpfte der Bundestrainer im vergangenen Jahr, als der U-20-Nachwuchs Weltmeister wurde.
Abbing sucht den Dialog mit den Vereinstrainern. Auf der Landestrainer-Konferenz will er seinem Anliegen Nachdruck verleihen. Es müsse gezielt darauf hingearbeitet werden, „das Wir-Gefühl zu stärken.“ Offenkundig besteht durchaus noch Gesprächsbedarf zwischen Verband und Vereinen, wenn es darum geht, die Nachwuchsarbeit zu optimieren.
Grundsätzlich sieht Abbing gute Voraussetzungen, um Deutschland „unter den Top 8“, so der Coach, zu positionieren. Mit Platz drei beim Grand Prix ging die die deutsche A-Nationalmannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti im vergangenen Jahr in Vorleistung und kassierte dafür stolze 75000 Euro. Für Abbing ist dieses herausragende Ergebnis ein Gradmesser: „Man hat gesehen, was möglich ist. Das schafft man nicht einfach so.“ Mit der U 19 will der ehrgeizige Niederländer die Grundlage legen, damit diese Platzierung keine Eintagsfliege bleibt.