| USC Münster | : | RR Vilsbiburg |
Damit setzt der USC neue Maßstäbe – auch in Sachen Körpergröße. Denn die gebürtige Berlinerin bringt es auf 194 Zentimeter. Die einzige, die ihr aus USC-Sicht in der letzten Dekade auf diesem Gebiet das Wasser reichen konnte, war die gleichgroße Chaine Staelens, die in der Saison 2003/04 für die Westfälinnen spielte und mit ihnen Meister wurde.
Stammspielerin beim DM-Dritten
Kristin Kasperski, die übernächste Woche ihren 24. Geburtstag feiert, wechselt vom DM-Dritten Schweriner SC nach Münster. Beim deutschen Champion von 2009 avancierte die Sportsoldatin unter Trainer Tore Aleksandersen zur Stammspielerin, stand fast durchgehend in der Startsechs. Kasperski absolvierte in den letzten sechs SSC-Partien von 23 Sätzen alle 23 ohne Auswechselung und bedeutet für Cheftrainer Axel Büring und den USC nicht nur eine echte Verstärkung, sondern auch ein weiteres Signal, dass die Klubführung weiter an dem von Präsident Mattias Fell formulierten Ziel arbeitet, im Jubiläumsjahr 2011 die Playoffs (mindestens Platz vier) zu erreichen.
Siegermentalität
Zudem bringt Kasperski – trotz ihres jungen Alters – schon eine Menge Erfahrung und Siegermentalität mit. 2005 wechselte die 40-fache Juniorinnen-Nationalspielerin vom VC Olympia Berlin nach Mecklenburg, wurde mit Schwerin Deutsche A-Jugend-Meisterin (2006), Deutsche Meisterin (2006, 2009) und Pokalsiegerin (2006 und 2007), gewann im Europapokal Bronze (2007), dazu mit der Militär-Nationalmannschaft bei der WM Gold (2009) und Silber (2008).
„Lange hat´s nicht gedauert!“
Der Vertrag war schnell in trockenen Tüchern: „Lange hat´s nicht gedauert. Es war eine schnelle Entscheidung“, berichtet die 23-Jährige mit einem Lächeln. Und was hat die Diagonalspielerin in Münster vor? „Sportlich gesehen will ich dem USC helfen, die gesteckten Ziele zu erreichen. Aber ich will mich sportlich auch weiter entwickeln!“ Denn Kasperski will sich in den Stammkader von Bundestrainer Giovanni Guidetti schmettern. Ins selbe Horn stößt Hobby-Jäger „Kristin hat überragende physische Voraussetzungen und ist sehr ehrgeizig. Unser gemeinsames Ziel ist, sie vom erweiterten Kader der Nationalmannschaft zum Kernkader zu bringen“, so Büring, der aber auch hinterher schickt: „Sie soll bei uns in der Startformation spielen.“
Wohin mit Degi?
Diese Aussage lässt über die Zukunft von Barbara Degi bei den Unabhängigen spekulieren, die bisher auf der Diagonalen gesetzt war. Die Ungarin hatte zu Saisonende angedeutet, gerne weiter für Münster spielen zu wollen, terminierte das entsprechende Gespräch allerdings auf die Zeit nach dem Urlaub. „Wenn es so eine Chance wie mit Kristin Kasperski gibt, müssen wir zuschlagen“, sagt dazu USC-Präsident Matthias Fell, der fortfährt: „Unsere Philosophie ist es, wenn Verträge auslaufen, wie in Degis Fall, die Positionen mit starken deutschen Spielerinnen zu besetzen, wenn möglich.“ Das ist jetzt geschehen. Das Gespräch mit Degi werden die Verantwortlichen trotzdem führen. Ein Angebot liegt vor, „jetzt müssen wir und Axel Büring schauen, auf welcher anderen Position Barbara spielen kann“, so Fell.
Vertrauensvorschuss
So bekommt die Hauptgefreite aus Schwerin schon einen gewaltigen Vertrauensvorschuss von der Klub-Führung. Den will "Krissi" zurückzahlen. Auch auf das Volleydrom am Berg Fidel freut sich die Angreiferin schon: „Es ist reizvoll, hier für die Heimmannschaft zu spielen. Als Gegner war es immer schwer hier, auch wegen der tollen Atmosphäre.“