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Ein Bild, das die Volleyball-Fans nicht nur in Münster viel zu lange vermisst haben: Andrea Berg schmettert am Netz. Morgen tritt die langjährige Mannschaftsführerin in der „Dritten“ endlich ihr Comeback an.Foto: (privat)
Ihre Story begann am 23. September des vorvergangenen Jahres. An diesem schwarzen Dienstag hatte sich die Lichtgestalt des USC während eines Trainingslagers in den Niederlanden eine schwere Schädigung des Kreuz- und Innenbandes im linken Knie zugezogen. Fortan folgten leidvolle Kapitel dieser schier endlosen Reihe von Lebensgeschichten, die zwar immer noch keine Garantie für einen glücklichen Ausgang gewährleistet. Gleichwohl sind die Aussichten darauf besser geworden.
Morgen wird Andrea Berg erstmals wieder ein Punktspiel für den USC bestreiten. Mit der „Dritten“ gastiert sie beim SG Minden/Hausberge. Für Andrea könnte es der Wendepunkt sein. Obgleich sich die langjährige Spielführerin der „Ersten“ damit noch nicht am Ende ihres Leidensweges wähnt. „Ich kann nicht sagen, dass ich es geschafft habe. Dieser Punkt ist noch nicht erreicht“, sagt die 29-Jährige. Sie will keine übertriebenen Erwartungen wecken. Doch die Signale, die sie sendet, lassen den Schluss zu, dass ihr Weg langsam, aber kontinuierlich wieder nach oben führt. „Es ein Schritt in die richtige Richtung“, sieht die gebürtige Nordhornerin endlich wieder Licht am Ende des Tunnels.
Die Nachricht ihres Comebacks verkündete Axel Büring während der gestrigen Pressekonferenz anlässlich des USC-Spiels gegen den Schweriner SC am Sonntag. Klar, dass auch Büring von einer „emotionalen Sache“ sprach, als er die frohe Botschaft bekannt gab. „Andrea absolviert nicht jede Einheit, aber sie ist dafür doppelt so lange wie ihre Teamgefährtinnen im Kraftraum. Das können schon mal drei Stunden sein“, gibt Büring einen Einblick in die Trainingsgestaltung.
Die 1,89 Meter große Mittelblockerin kann das nur bestätigen. Intensive medizinische Betreuung erhält sie von verschiedenen Seiten. Schmerzen im linken Knie verspürt sie kaum noch. „Das größte Problem ist im Moment, dass die Muskeln im linken Bein schwächer sind als im rechten“, erläutert Berg. Ihr Training zielt deshalb darauf ab, dieses Defizit abzubauen. 1000 Kniebeugen beidbeinig und 500 auf einem Bein wurden ihr über das verlängerte Wochenende bis Dienstag verordnet. „Mal mache ich 50, mal 60 am Stück, das klappt schon gut und vor allem schmerzfrei“, sieht sich die Emsländerin auf gutem Wege.
Ausdrücklich bezieht sie mit ihrer Aussage die psychische Komponente ein. „Ich merke, dass sich das alles ganz gut anfühlt. Vor allem habe ich keine Angst mehr zu springen“, lässt Andrea Berg anklingen, dass sie ihre schwere Verletzung auch mental verarbeitet hat. Ihre Worte strahlen Zuversicht aus; gerade so, als wäre sie bereit für das Happy End am Ende ihres langen Leidensweges.