U20 des USC krönt perfektes Wochenende mit Meistertitel

06.06.2017
Jaaaa - so schmeckt Gold! Die Deutschen Meisterinnen des USC. Foto: Felix Orthmann

Mit einer sensationellen Teamleistung holte das von Marvin Mallach und Niels Westphal trainierte Nachwuchsteam des USC den Titel nach Münster. Nur einen Satz verlor die Mannschaft um Kapitänin Hanna Orthmann im Turnierverlauf, in einer Neuauflage des letztjährigen Finales drehten die Münsteranerinnen das Ergebnis und setzten sich mit 2:0 (25:23, 25:20) gegen den Vorjahresmeister Schweriner SC durch.

Michael Eyinck, der natürlich mit vor Ort war, lässt das Wochenende noch einmal ausführlich Revüe passieren:
 
Souveräne Vorrunde

Schon in der Vorrunde am Samstag deutete sich an, dass an diesem Wochenende mehr drin war, als die im Vorfeld angestrebte Viertelfinalteilnahme. Im ersten Spiel gegen den SV Lohof setzte sich unser Team mit 25:15 und 25:22 durch. Wie im gesamten Turnierverlauf waren die Schlüssel zum Sieg die guten Aufschläge und eine meist sichere Annahme. Und wenn es mal eng wurde, sorgte Hanna Orthmann mit ihren gefährlichen Sprungaufschlägen für wichtige Punkte. So auch im zweiten Spiel gegen den Mitfavoriten vom Dresdner SC: Beim Spielstand von 21:21 servierte Orthmann ein direktes Ass und zwei weitere harte Aufschläge, den zweiten Satzball verwandelte Liza Kastrup kurz darauf zum 25:22. Im zweiten Satz konnte schnell ein beruhigender Vorsprung herausgespielt werden, der 25:20-Satzgewinn kam nicht mehr in Gefahr. Das letzte Vorrundenspiel war dann nur noch Formsache, nach dem 25:14 im ersten Satz stand der Gruppensieg bereits fest. Im zweiten Satz kamen dann auch Leonie Thiele, Marieke Zink und mit der erst 15-jährigen Luisa Beining die jüngste USC-Spielerin zum Einsatz, ohne dass der 25:18- Satzgewinn in Gefahr geriet. Mit dem Vorrundensieg ersparte sich der USC die kräftezehrende Zwischenrunde. Für Unmut sorgte im letzten Vorrundenspiel der Dresdner SC. Mit der Aussicht, als Gruppenzweiter im Viertelfinale auf den Schweriner SC zu treffen, gaben die Spielerinnen nicht mehr alles und verloren das Spiel gegen Lohof mit 1:2 Sätzen. So qualifizierten sich die Dresdenerinnen als Gruppendritter im Zwischenrundenspiel gegen den FTSV Straubing für das Viertelfinale gegen den SCU Emlichheim.
 
 
Viertelfinale gegen Offenburg

Der Viertelfinalgegner des USC am Sonntag früh um 9 Uhr hieß VC Offenburg. Offenburg ging geschwächt ins Spiel, Pia Leweling, im vergangen Jahr noch im Kader der U20 und der 1. Liga beim USC Münster und jetzt beim VC Offenburg, konnte nach einer im ersten Vorrundenspiel erlittenen Fußverletzung nicht mehr mitspielen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gewann der USC das Spiel noch sicher mit zwei mal 25:18. Im Spielverlauf kam auch Zuspielerin Picabo Reinhold zum Einsatz, sie konnte wegen einer Achillessehnenreizung die ganze Woche nicht trainieren und wurde am ersten Turniertag geschont. Bis dahin hatte Svenja Enning hervorragend Regie geführt. Da der Bronzeplatz bei den Deutschen Meisterschaften nicht ausgespielt wird, war der dritte Rang bereits sicher, aber jetzt wollten die Spielerinnen natürlich mehr.
 
Im Halbfinale erneut gegen Dresden

Der Halbfinalgegner hieß erneut Dresdner SC, die Dresdenerinnen hatten sich erwartungsgemäß gegen Emlichheim durchgesetzt. Im ersten Satz sah alles nach einem klaren Satzgewinn für die Unabhängigen aus, mit bis zu 7 Punkten lag der USC in Front. Aber durch einige Wackler in der Annahme schwand der Vorsprung und mit einem starken Schlussspurt drehte Dresden den Satz zum 25:23. Der USC ließ sich aber nicht beirren und war jetzt wieder hellwach. Kleinere Rückstände wurden mit starken Aufschlagserien von Hanna Orthmann und Liza Kastrup wieder aufgeholt. Beim 17:17 schritt Orthmann erneut zur Aufschlaglinie und servierte bis zum 22:17, damit war der Satz praktisch entschieden. Dresden gelang nur noch ein Punkt, Liza Kastrup`s Angriffspunkt zum 25:18 beendete den Abschnitt, nachdem Jacki Schmitz mit einem Ass für jede Menge Satzbälle gesorgt hatte. Der folgende Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Nach den vorausgegangenen Vorfällen in der Vorrunde stand jetzt die ganze Halle hinter dem USC. Mit Carmen Heilemann am Aufschlag ging unser Team 5:0 in Führung, beim 8:2 wurden noch einmal die Seiten gewechselt. Die Dresdenerinnen hatten aber noch nicht aufgegeben und glichen mit einer Aufschlagserie zum 9:9 aus. Bei einer 11:10-Führung kam Liza Kastrup zum Aufschlag und servierte bis zum 14:10, der USC hatte vier Matchbälle. Den dritten verwandelte Johanna Müller-Scheffsky zum umjubelten 15:12, das Finale war erreicht!
 
Finale gegen den Schweriner SC

Das abschließende Finale war an Spannung kaum zu überbieten. Hier trafen wirklich die beiden besten Mannschaften des Turniers aufeinander. Kein Team konnte sich im ersten Satz entscheidend absetzen, beim Spielstand von 23:23 war noch alles offen. Es folgte ein starker Aufschlag von Liza Kastrup, den anschließenden Schweriner Angriff wehrte sie perfekt ab und der folgende Angriff von Johanna Müller-Scheffsky sprang vom Dresdener Block ins Aus – Satzball USC. Schwerin nahm noch einmal eine Auszeit, aber Kastrup lies sich nicht mehr beirren. Auch der nächste Aufschlag kam gefährlich übers Netz, den Schweriner Notball blockte Müller-Scheffsky unerreichbar ins gegnerische Feld – 25:23 und damit 1:0 Satzführung für den USC.
 
Zu Beginn des zweiten Satzes riss der Faden im Spiel der Münsteranerinnen, nach einer Schweriner Aufschlagserie stand es zur ersten technischen Auszeit 1:8! Aber die Trainer hatten wohl die richtigen Worte gefunden, jetzt war der USC wieder auf Augenhöhe und konnte zunächst auf 4:8 verkürzen. Doch der Abstand blieb weiter bei 4 bis 5 Punkten, erst eine Aufschlagserie von Picabo Reinhold zum 15:15-Ausgleich brachte unser Team langsam auf die Siegesstraße. Die war endgültige geebnet, als Hanna Orthmann mit zwei direkten Assen und zwei weiteren starken Aufschlägen von 16:16 auf 20:16 erhöhte.
 
Hier die letzten Minuten des Finales im Liveticker:

Auszeit Schwerin - Aufschlagfehler Orthmann (20:17) – Aufschlagfehler Schwerin (21:17) – Servicewinner Schmitz (22:17) – Aufschlagfehler Schmitz (22:18) – Schwerin versucht es noch einmal mit einem Doppelwechsel - Aufschlag Schwerin - Angriff Kastrup, Blockaus (23:18) – Aufschlag Kastrup – erfolgreicher Hinterfeldangriff Schwerin (23:19) – der folgende Schweriner Aufschlag landet im Netz (24:19), damit 1. Matchball USC - Aufschlag Müller-Scheffsky – erfolgreicher Schnellangriff Schwerin (24:20), Matchball abgewehrt – 2. Matchball USC bei Aufschlag Schwerin, – perfekte Annahme von Müller-Scheffsky – schnelles Zuspiel von Reinhold zum Einbeiner auf Heilemann – Heilemann versenkt den Angriff ohne Block im Schweriner Feld (25:20) – Trainer und Auswechselspielerinnen stürmen aufs Spielfeld - unbeschreiblicher Jubel - der USC ist Deutscher Meister U20 2017!!!!
 
Im Anschluss an die Siegerehrung ließen Mannschaft, Trainer, Betreuer und Eltern den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in einem urigen griechischen Restaurant ausklingen, bevor sich alle auf den Heimweg machten.
 
Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft an die ganze Mannschaft! Der Titelgewinn war das Resultat einer fantastischen Teamleistung, alle kamen zum Einsatz und haben ihren Anteil am Sieg. Angeführt von einer überragenden Hanna Orthmann haben zum Abschluss der Saison alle noch einmal ihre beste Leistung abgerufen. Nicht vergessen darf man die Spielerinnen, die bei den Vorrunden zur Westdeutschen Meisterschaft im Einsatz waren und nicht mit nach Schwerin fahren konnten, sie haben die Teilnahme an den Meisterschaften überhaupt erst ermöglicht!
 
Für den USC Münster spielten: Luisa Beining, Svenja Enning, Carmen Heilemann, Sandra Hövels, Liza Kastrup, Jahanna Müller-Scheffsky, Hanna Orthmann, Picabo Reinhold, Jacki Schmitz, Leonie Thiele, Janna Völker und Marieke Zink.
 
Stimmen zum Spiel:
 
Trainer Marvin Mallach: „Mir ist es besonders wichtig, dass mit drei Stammspielerinnen und drei Ergänzungsspielerinnen insgesamt sechs Eigengewächse des USC an den Meisterschaften teilgenommen haben. Alle Spielerinnen wurden - oder werden immer noch - am Bundesstützpunkt ausgebildet, damit hat der Bundesstützpunkt mit Trainer Christian Wolf einen großen Anteil an diesem Erfolg. Ein besonderer Dank geht an Sandra Hövels, die ihren Heimaturlaub vom USA-Studium für die Meisterschaften geopfert hat.“ Mallach lobte neben dem Zusammenhalt im Team besonders seine beiden Zuspielerinnen: „Svenja (Enning) hat gezeigt, welches Potential in ihr steckt und Picabo (Reinhold) hat nach ihrer Verletzungspause ohne Training hervorragend ins Spiel gefunden. Der Annahmeriegel mit Libera Janna Völker, Johanna Müller-Scheffsky und Hanna Orthmann blieb auch in schwierigen Phasen mutig und hat so einige enge Situationen überstanden. Der Aufschlag war natürlich überragend, die taktischen Vorgaben wurden sehr gut umgesetzt und waren ein Schlüssel zum Sieg.“ Ausdrücklich bedankte sich Mallach bei seinem Co-Trainer Niels Westphal, den Betreuern und Eltern für die tolle Unterstützung.
 
Kapitänin Hanna Orthmann: „Das war über das ganze Turnier eine unfassbar guter Zusammenhalt im Team. Das hat uns so stark gemacht und uns die Kraft gegeben, uns immer wieder zurückzukämpfen, wenn es mal nicht so lief.“
 
USC-Jugendvorstand Ute Zahlten: „Als Jugendvorstand bin ich sehr stolz auf die exzellente Arbeit aller Trainer, Spielerinnen und Helfer. Vielen Dank an die Eltern für die tolle Unterstützung. Das Ergebnis zeigt die hervorragende Arbeit am Bundesstützpunkt Münster, in der USC-Jugend und den Partnervereinen des USC.“